Im Norden Finnlands: Kirsti, Jan und Juha tragen Informationen über die Zerstörung der Natur durch den maschinellen Goldabbau zusammen. Sie wollen vor
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Vika (84) rockt. Die Polin ist die älteste DJane Europas. Wenn sie auflegt, kommen hunderte Senioren und tanzen im flackernden Neonlicht zu
Peter Szabo (50) ist stolzer Paprika-Bauer in Ungarn. Das Gewürz steht für den Nationalcharakter des Landes und sicherte über Generationen das Auskommen
Lubow – das ist russisch und heißt Liebe. Ihre Eltern wussten, was sie taten, als sie ihr vor 80 Jahren diesen Namen
Im Norden Finnlands: Kirsti, Jan und Juha tragen Informationen über die Zerstörung der Natur durch den maschinellen Goldabbau zusammen. Sie wollen vor Gericht beweisen, dass der Goldabbau die Rentierhaltung bedroht. Die Goldsucher roden Wälder und der Lärm vertreibt die scheuen Rentiere. Es fehlt an Weidegrund. Schon jetzt müssen Kirsti und ihre Kollegen die Rentiere im Winter zufüttern. Die Vorfahren der Sami siedelten hier schon zur Eiszeit. Trotzdem haben sie keinerlei Besitzrechte. Das Land gehört zu 90 Prozent dem Staat.
Dass dieser immer wieder neue Abbaugenehmigungen für die Goldschürfer ausstellt, macht Kirsti wütend. „Das ist Kolonialismus.“, sagt sie. Eigentlich schützt das finnische Bergbaugesetz die Heimat und die Lebensweise der Sami. Die Behörde konsultiert das Sami-Parlament bei den einzelnen Anträgen. Doch die Bedenken werden nicht gehört. Kirsti und ihr Team wollen nun, mit Hilfe der Ergebnisse ihrer Recherchen, ihre Rechte vor Gericht verteidigen – und weiteren maschinellen Goldabbau verhindern.
Ein Film von Johannes Bünger und Laura Schmitt. Produziert von Autoren Pieper und Partner für NDR/Arte.
2023. Arte Re. 32 Minuten.
Kamera: André Krüger. Schnitt: Sven Emme. Redaktion (NDR): Kathrin Bronnert.
Vika (84) rockt. Die Polin ist die älteste DJane Europas. Wenn sie auflegt, kommen hunderte Senioren und tanzen im flackernden Neonlicht zu ihren Beats. Ihre Anhänger sind sich einig: Sie ist ein Idol.
Schon in ihrem Berufsleben hat Vika sich um Menschen gekümmert, die in ihrer Heimat zu kurz kamen. Erst um Kinder, dann um Senioren. Die Arbeit hat sie stark, selbstbewusst und glücklich gemacht.
Heute kämpft die DJane vor allem gegen die Altersdiskriminierung an.
Unterstützung bekommt sie vom schwulen Journalisten Karol (28) und der Ex-Schönheitskönigin Hanna Piekarska (79).
Gemeinsam setzten sie sich mit TikTok-Videos und Tanzevents für eine inklusivere Gesellschaft ein.
Eine Ausnahme im konservativ-katholischen Polen, wo Randgruppen meist
zu Einsamkeit verdammt sind.
Entsprechend lang und steinig ist der Weg der polnischen Senioren zu einem neuen Selbstbewusstsein.
Der Club, in dem Vika früher häufig auftrat, hat einen neuen Besitzer, der sie kaum noch bucht. Dazu kommt, dass die meisten Pensionäre nur eine kleine Rente beziehen und sich viele Veranstaltungen nicht leisten können.
Staatlich organisierte Events für Senioren gibt es selten – wenn, dann wird gehäkelt oder genäht.
Das reicht nicht, findet Vika und setzt am Drehteller ein Zeichen für soziale Teilhabe im Alter.
Ein Film von Vivien Pieper und Laura Schmitt. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
2023. Arte Re. 32 Minuten.
Kamera: André Krüger. Schnitt: Sven Emme. Redaktion (MDR): Bettina Rudolph.
Peter Szabo (50) ist stolzer Paprika-Bauer in Ungarn. Das Gewürz steht für den Nationalcharakter des Landes und sicherte über Generationen das Auskommen vieler ungarischen Familien auf dem Land. Eine davon war Peters. Vor 12 Jahren hat er den Familienbetrieb übernommen. Seitdem produziert er mit modernen Maschinen, altem Wissen und großer Leidensschaft das rote Gold Ungarns. Peters Vater Lotzi (78) muss mit anpacken – denn sein Sohn hat es schwer. Klimawandel, Konkurrenz aus dem Ausland und der Arbeitskräftemangel machen kleinen Paprikabauern wie Peter das Leben schwer. Dass die Paprika nun in Gefahr ist, will und kann er nicht akzeptieren. Mit Hilfe seiner Familie, Mut und Muskelkraft schafft er es, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, die ihn von allen Seiten angreift. “Man muss diesen Beruf lieben. Wir arbeiten zwar fürs Geld, wollen aber auch Qualität produzieren”, so Peter. Qualität ist seine Waffe. Paprika ist nun mal nicht gleich Paprika. Und Peters Paprikapulver ist das beste – davon ist er überzeugt.
Ein Film von Laura Schmitt und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
2022. Arte Re. 32 Minuten.
Kamera: André Krüger. Ton: Lucas Peuser. Schnitt: Sven Emme. Redaktion (MDR): Bettina Rudolph.
Lubow – das ist russisch und heißt Liebe. Ihre Eltern wussten, was sie taten, als sie ihr vor 80 Jahren diesen Namen gaben. Heute ist sie Großmutter, lebt allein und erzählt von einer Liebe, die so weit und so tief ist, wie das Objekt ihrer Liebe selbst: der Baikalsee in Sibirien. „Hier kann meine Seele fliegen“, sagt sie. Dass ihr Rücken krumm geworden ist, ihre Hände frieren und sie bei Minus 37 Grad Celsius ein Loch ins Eis schlagen muss, um an Wasser zu kommen, nimmt sie in Kauf. „Der Baikal ist alles für mich.“ Doch den Schnee auf ihrem See, den mag sie nicht. Im Winter kann sie nicht Autofahren und muss auf Schlittschuhen ins nächste Dorf. Solange der Wind den Schnee nicht wegbläst, ist jeder Kontakt zur Außenwelt abgeschnitten.
Und dann ist sie allein mit ihren dunklen Gedanken. Allein vor dem Feuer ihrer kleinen Hütte denkt sie an all ihre Lieben, die schon gestorben sind. Ihren Bruder nahm der Baikal. Und am Tod zweier ihrer Kinder trägt ihr Mann die Schuld. Davon ist Babuschka Lubow überzeugt. „Die Liebe zu einem Mann bringt nicht immer Gutes in dein Leben“, sagt sie. Sie weiß: Wenn sie glücklich sein will, dann muss sie sich selbst um dieses Glück kümmern. Ihre Kühe, den Baikal und ein paar Schlittschuhe – dann schwebt Babuschka Lubow fast schwerelos über das Eis. Und ist eins mit ihrer Liebe.
Ein Film von Vivien Pieper und Laura Schmitt. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
2022. Arte Wunderwelten. 43 Minuten.
Kamera: Dunja Engelbrecht. Schnitt: Sören Schlotfeldt. Redaktion (MDR): Bettina Rudolph.

