Waldretter sind Menschen, die sich dem Schutz der Wälder verschrieben haben. Es sind Forstingenieure, Manager oder Ermittler, die kriminelle Machenschaften aufdecken. Nicht
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Matvej kann nicht laufen, doch sein Leben ist der Tanz. Seinen Oberkörper aufrecht zu halten ist für ihn schon eine enorme Anstrengung.
Es ist Mitternacht, draußen im Wald ist es kalt und stockdunkel. Heute ist Marian (62) dran – er muss raus aus dem
Waldretter sind Menschen, die sich dem Schutz der Wälder verschrieben haben. Es sind Forstingenieure, Manager oder Ermittler, die kriminelle Machenschaften aufdecken. Nicht zu vergessen: Peter Wohlleben und seine ganz eigene Philosophie des Waldes.
Eine Serie von Vivien Pieper und Johannes Bünger. Produziert von Doc.station GmbH für WDR/Arte.
2019. 5 x 26 Minuten.
Kamera: Dunja Engelbrecht und André Krüger. Schnitt: Sören Schlotfeldt. Producer: Martina Sprengel.
Matvej kann nicht laufen, doch sein Leben ist der Tanz. Seinen Oberkörper aufrecht zu halten ist für ihn schon eine enorme Anstrengung. Doch auf der Bühne sieht man ihm das nicht an: Freude strahlend rollt der Zwölfjährige mit seiner Tanzpartnerin übers Parkett. Matvej ist der Star der inklusiven Tanzgruppe „Happy Hearts“ aus der estnischen Stadt Narwa. Den Tänzern steht ein großes Abenteuer bevor: Sie sollen beim internationalen Inclusive Dancing Festival im russischen Sotschi antreten. Die Reise an sich ist für die Rollstuhlfahrer schon eine Herausforderung, vor ihnen liegen Tausende Kilometer im Zug. Die Idee eine inklusive Tanzgruppe zu gründen hatte Matvejs Mutter Rita Ternos (51). Nach der Geburt ihres Sohnes rieten die Krankenschwestern ihr, ihn in ein Heim zu geben. Für eine „normale“ Familie sei so ein Kind eine zu große Belastung. Doch Rita und ihr Mann Sergej sahen das anders. Ihr Motto: „Nichts ist unmöglich, wenn es um einen geliebten Menschen geht.“ Sie verpfändeten ihre Wohnung, liehen sich Geld und gründeten das erste inklusive Kinderzentrum „Matveika“ Estlands. Hier haben gesunde Kinder und Kinder mit besonderen Bedürfnissen einen Ort, an dem sie gemeinsam spielen und sich geborgen fühlen können. Doch das Geld ist knapp. Für Rita ist die Tanzgruppe die letzte Hoffnung, das Zentrum zu retten. Nur wenn sie einen Sieg nach Hause bringen, bekommen sie die notwendige Aufmerksamkeit – und damit vielleicht auch Sponsoren und öffentliche Geldgeber. Verlieren die Kinder in Sotschi, ist die Gefahr groß, dass sie auch ihr zweites Zuhause im „Matvejka“ verlieren.
Ein Film von Vivien Pieper. Produziert für MDR/Arte.
2019. Arte Re. 32 Minuten.
Kamera: Jan Mammey. Schnitt: Claudia Nagel.
Es ist Mitternacht, draußen im Wald ist es kalt und stockdunkel. Heute ist Marian (62) dran – er muss raus aus dem Bett, um nach den Öfen zu schauen. Brennt der Ofen noch? Wie ist die Farbe des Rauches? Nur ein kleiner Fehler – und die Arbeit eines ganzen Tages war umsonst. Drinnen schnarcht Zbyszek (60), sein Kollege, weiter. Die beiden Männer sind Köhler und leben schon seit vielen Jahren gemeinsam im Wald, in den polnischen Karpaten, unweit der ukrainischen Grenze. Ihr Zuhause ist eine einfache Baracke ohne Strom und fließend Wasser.
Sie stellen Holzkohle her – nach jahrhundertealter Tradition. Tag und Nacht wachen sie über die Schornsteine. Färbt sich der Rauch blau, verbrennt das Holz zu Asche. Das heißt: keine Kohle – und kein Geld. Früher lieferten sie Kohle an Stahlwerke und Glashütten, heute machen sie Grillkohle für Abnehmer in Deutschland. Doch die Konkurrenz ist hart. Große Kohlefabriken verderben die Preise. Vor 15 Jahren gab es hier noch mehr als hundert Orte, an denen Köhler arbeiteten. Heute stirbt der Beruf in Polen aus.
„Ob wir im nächsten Jahr noch arbeiten dürfen, weiß ich nicht“, sagt Marian.Andere Köhler haben ihre Arbeit schon verloren: Robert (41) und sein Vater Andrzej (62) bleiben dennoch im Wald. Sie hoffen, irgendwann wieder in ihrem Beruf arbeiten zu können. Bis dahin fahren sie regelmäßig mit dem Rad ins sechs Kilometer entfernte Dorf Cisna. Hier bekommen sie als Tagelöhner auf Baustellen 2,50 Euro die Stunde. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Aber ein anderes Leben ist für sie undenkbar – der Wald ist ihr Zuhause.
Ein Film von Vivien Pieper und Agata Szymanska-Medina. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
2020. Arte Re. 28 Minuten.
Kamera: Dunja Engelbrecht.

