Schon vor Jahrzehnten haben sich die beiden Polen Juliusz (92) und Krzysztof (77) für ein Leben als Aussteiger entschieden. Seitdem ist die Wildnis am Ufer des polnischen Solina-Sees ihr bevorzugtes Zuhause, damals wie heute ein Rückzugsort für kritische Geister. Doch nun bringt das Alter sie an die Grenzen ihrer unkonventionellen Lebensplanung.

Juliusz ist müde. Seit Stunden regnet es in Strömen. Alles ist klamm und kalt geworden in seiner Hütte. Gar nicht gut für die alten Knochen des 92jährigen. Doch um in der Wildnis überleben zu können, muss er sich bewegen, so sehr es auch weh tut. Damit er zumindest in der Nacht nicht frieren muss, heizt er mit seinem Campingkocher ein paar Steine auf, die sein Bett wärmen sollen. Seine Hütte hat weder einen Ofen noch fließend Wasser. Doch Juliusz denkt nicht daran, sein Aussteiger-Leben aufzugeben. Er fühlt sich hier wohl. Der Wald am Ufer des Solina-Sees ist sein Königreich und er ist der König der Vagabunden.Sein Nachbar Krzystof (77) besucht ihn gerne. Er hat sich noch im sozialistischen Polen für ein Leben in der Natur entschieden. Zwei kritische Geister, ein Rückzugsort, die Beiden verbindet eine tiefe Freundschaft. Dass Krystofs Hüfte und sein Rücken permanent schmerzen, versucht er zu ignorieren. „Wer hier leben will, muss arbeiten können”, davon ist er überzeugt. Und er möchte so lange hier bleiben wie irgend möglich. Ein Leben im Altenheim, das kommt für ihn nicht in Frage.

Filmlänge: 32 Minuten

Format: Reportage
Land/Jahr: DE 2020
Sender: MDR / arte
Sendeplatz: Mi 29.10, 19:40 Uhr
Regie: Vivien Pieper
Kamera und Co-Regie: Agata Szymanska-Medina
Schnitt: Sören Schlotfeldt
Redaktion: Bettina Rudolph