Kategorie: Filmbeitrag

  • Whang Od – Die Matriarchin im Dorf der Tattoo-Frauen

    Whang Od – Die Matriarchin im Dorf der Tattoo-Frauen

    Sie ist längst eine Legende: Whang Od, die 108-jährige Tätowiererin von Buscalan – und das älteste Vogue-Cover-Model aller Zeiten. Ihr philippisches Dorf liegt hoch oben im Gebirge, abgelegen und schwer erreichbar. Trotzdem kommen die Menschen, um sich von ihr tätowieren zu lassen. Whang Od beherrscht als eine der wenigen eine uralte Tätowiertechnik, Batok genannt. Das ganze Dorf lebt von ihrer Kunst. Doch was passiert mit der Gemeinschaft, wenn die Matriarchin eines Tages stirbt?
    „Es ist die Aufgabe der Alten, dafür zu sorgen, dass alles läuft“, sagt Whang Od. Und tatsächlich: Unter ihrer Führung hat sich das Dorf verändert. Es gibt Arbeit, weil viele Gäste kommen; es gibt größere Häuser, und endlich Strom für alle. Für viele Filipinos ist es zu einem Ritual geworden, sich von ihr tätowieren zu lassen. Mit Ruß und Wasser mischt sie ihre Tinte, mit dem Dorn eines Citrusbaums klopft sie ihre Signatur – drei Punkte – in die Haut ihrer Gäste. Batok heißt diese uralte Technik, die sie einst von ihrem Vater lernte. Damals waren die Männer ihres Stammes noch Kopfjäger; gelang es ihnen einen Feind zu töten, klopfte ihnen Whang Od das Krieger-Batok in den Körper. Tätowierungen galten als Zeichen des Muts.
    Seit Jahren bereitet Whang Od ihre Nachfolge vor. Und hat Ihre Großnichten Grace und Elyang ausgewählt. Sie sollen die Batok-Tradition in die Zukunft tragen: Whang Od hat sie die Technik gelehrt und ihnen die alten Motive erklärt, nun tragen sie die Verantwortung. Doch viele Besucher kommen vor allem wegen der legendären alten Meisterin. Ihr hohes Alter, ihre Geschichte, ihre Präsenz sind Teil der Faszination.
    Können Grace und Elyang aus dem Schatten der Matriarchin treten? Was passiert, wenn Whang Od krank wird – oder nicht mehr tätowieren kann? Wird das Dorf Buscalan seinen Wohlstand halten können? Und wird die Welt weiterhin den beschwerlichen Weg auf sich nehmen?
    Ein Film über Tradition und Wandel, über weibliche Autorität und kulturelles Erbe – und über ein Dorf, dessen Zukunft untrennbar mit dem Leben einer außergewöhnlichen Frau verbunden ist.

    Ein Film von Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für hr/Arte.
    2026. Arte Wunderwelten. 43 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Schnitt: Imke Koseck. Redaktion (hr): Anke Schnackenberg, Bettina Oberhauser
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  • Russlands Atomgeschäfte – Europa in der Falle

    Russlands Atomgeschäfte – Europa in der Falle

    Kernkraftwerke in Osteuropa laufen noch immer mit russischen Brennelementen. Der französische Staatskonzern Framatome will das ändern – vorerst aber mit russischer Hilfe. In seiner Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen plant er eine Kooperation mit dem russischen Staatkonzern Rosatom, um sogenannte WWER-Brennelemente für osteuropäische Reaktoren herzustellen. Niedersachsen muss in den kommenden Wochen darüber entscheiden.

    Atomkraftgegner laufen Sturm dagegen: Eine Kooperation mit Rosatom vertiefe die Abhängigkeit von Russland, statt sie zu überwinden. Tatsächlich unterliegen Atomgeschäfte mit Russland – anders als Gaslieferungen – bis heute keinen EU-Sanktionen.

    Framatome argumentiert, die Zusammenarbeit sei ein Übergangsmodell. Eigene, unabhängige WWER-Brennelemente will der Konzern erst Anfang der 2030er Jahre liefern können. Bis dahin bleibt Europa auf russisches Know-how angewiesen.

    Die amerikanische Konkurrenz ist längst weiter: Westinghouse beliefert die Ukraine bereits seit Jahren mit alternativen Brennelementen und ist nach dem Besuch von US-Außenminister Rubio nun auch in der Slowakei und Ungarn ins Geschäft gekommen.

    Ein Film von Joachim Bartz, Johannes Bünger, Gunnar Krüger, Vivien Pieper und Laura Schmitt. Produziert vom ZDF mit Unterstützung der Autoren Pieper und Partner und von MDR/Arte.
    2026. frontal – Die Doku. 43 Minuten.
    Kamera: Johannes Bünger, Sven Emme, Thomas Frischhut, Tom Lienekampf, Maxim Tuzhilin. Schnitt: Johannes Dittmar, Sven Emme. Redaktion: Jörg Göbel
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  • Rumäniens Psychiatrie der Hoffnung

    Rumäniens Psychiatrie der Hoffnung

    Der Film begleitet den Psychologen Ciprian in einer neuen rumänischen Klinik. In der Gesellschaft gehören Vorurteile, Ausgrenzung und Stigmatisierung von psychisch und geistig Beeinträchtigten oft zum Alltag. Mit Kamera, Empathie und Kreativität schenkt er seinen Patientinnen und Patienten neue Perspektiven und gibt ihnen ein Stück Würde zurück. Der Film erzählt von Mut und Menschlichkeit im unterfinanzierten rumänischen Gesundheitssystem und zeigt, wie Hoffnung selbst an unerwarteten Orten aufblühen kann.
    Ciprian war vor sieben Jahren selbst Patient der psychiatrischen Klinik. Damals befand sich das Krankenhaus noch im alten Schloss. Heute leben die Patienten einem neuen Gebäude, dem ersten Neubau dieser Art in Rumänien, seit der Revolution. Der Umzug bringt Vor- und Nachteile mit sich: Die Bewohner müssen ihre Zimmer nicht mehr mit kleinen Öfen heizen, dafür gibt es aber keinen Schlossgarten mehr. Und noch immer mangelt es an Personal. Ciprian kümmert sich als einziger Psychologe um die Sorgen seiner Patienten. 
    Viele von ihnen haben Traumata aus ihrer Kindheit. So auch Ferri und Savu. Savus Pflegefamilie missbrauchte ihn, dann wurde er von Kinderheim zu Kinderheim weitergereicht. Ferris Mutter verließ die Familie direkt nach seiner Geburt und sein Zwillingsbruder starb. Doch die Beiden haben einen Trost in ihrem Leben: Den Gesang.
    Ciprian will mit den wenigen Ressourcen, die er hat, ein Konzert organisieren.   Feri und Savu sollen die Stars des Abends sein – und müssen nun proben, Fotos fürs Plakat machen und eine Playlist erstellen.

    Ein Film von Josefine Graninger und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
    2025. Arte Re. 30 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Schnitt: Imke Koseck. Redaktion (MDR): Bettina Rudolph
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  • Spurensucher in Nazi-Bunkern mitten in Polen

    Spurensucher in Nazi-Bunkern mitten in Polen

    Łukasz Orlicki lebt den Traum vieler abenteuerlustiger Menschen: Der studierte Historiker ist hauptberuflich Entdecker und Mythenjäger in Polen. Legenden von Goldzügen, verschollenen Kunstschätzen, verborgene Tunnel und vergessene Minen gehören zu seinem Alltag. „Niederschlesien hat wirklich etwas Besonderes“, so Łukasz, „hier gibt es viele Geheimnisse, die oft mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun haben“.
    Sein wichtigster Begleiter ist Krzysztof Krzyżanowski. Tagsüber arbeitet er als Unternehmensberater, doch nach Feierabend wird auch er zum „Entdecker“. In der Redaktion des gleichnamigen Magazins ist er der Experte für Tunnel und Schächte: „Ich könnte vor dem Fernseher sitzen oder Rad fahren. Aber das, was ich mache, ist interessanter. Solche Orte zu finden macht Spaß!“
    Die beiden sind überzeugt: Geschichte muss lebendig bleiben. Ihre Suche nach den wahren Elementen von Mythen und Legenden teilen sie auch in den sozialen Medien, um so vor allem junge Menschen für das Abenteuer Vergangenheit zu begeistern. Viele Hinweise, denen sie nachgehen, kommen auch von ihren Lesern, meist Hobby-Schatzsucher. Manchmal seien es nur Märchen, so Łukasz, aber oft ist es gerade ihr „Um-die-Ecke-Denken, das Türen zu Geheimnissen oder Rätseln öffnen kann“.
    Der bisher größte Fund, mit dem Łukasz und sein Team sich auch über Polens Grenzen hinaus einen Namen gemacht haben: Die Grabstätten dreier Hochmeister des Deutschordens aus dem 14. Jahrhundert. Eine Sensation, der vielleicht schon bald eine weitere folgen könnte.

    Ein Film von Tom Lienekampf und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
    2025. Arte Re. 30 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Ton: Josefine Graninger. Schnitt: Sven Emme. Redaktion (MDR): Victoria Vorbröker und Bettina Rudolph
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  • Der Kormoranfischer des Kaisers

    Der Kormoranfischer des Kaisers

    Adachi Youichiro ist Kormoranfischer des Kaisers – in 18. Generation. Sobald die Sonne hinter den Bergen verschwindet, trifft er sich mit den anderen Fischern seines japanischen Heimatortes Oze am Ufer des Nagara-Flusses. Mit ihren traditionellen Booten gleiten sie im Feuerschein durch die Nacht – und schicken ihre Kormorane ins Wasser um den Ayu-Fisch zu fangen. Eine Technik, die sich in 1300 Jahren nicht verändert hat. Doch der Klimawandel macht es den Fischern schwer. Die Fische bleiben klein und werden weniger. Ob Sohn Toichiro das Handwerk übernehmen kann ist deshalb noch ungewiss.

    Es ist August, 40 Grad, die Luft heiß und feucht. Seit Wochen hat es nicht geregnet und der Fluss führt wenig Wasser. Für Adachi Youichiro ein Grund zur Sorge. Seine Familie fischt seit 500 Jahren Ayu-Fische – und er ist einer von nur neun Kormoranfischern, die den japanischen Kaiser beliefern dürfen. Acht Mal im Jahr kommt ein Gesandter aus Tokio, um den Fang zu kontrollieren und in den Palast zu schicken. In zwei Tagen ist es wieder so weit. Doch bei dieser Hitze gibt es kaum Fisch. Seit Tagen fangen Adachis Kormorane bei ihren Touren nur eine Handvoll Ayu. Dem Kaiser einen so kleinen Fang zu präsentieren beschämt den Kormoranfischer. Die Nervosität steigt.

    Um so wichtiger, dass es seinen Kormoranen gut geht. Sie sind Adachis wichtigste Mitarbeiter und brauchen viel Pflege. Krallen müssen gestutzt, Schnäbel geschliffen und ihr Pool gereinigt werden. Für ein Privatleben bleibt dem Fischer so kaum Zeit, dafür aber umso mehr fürs Grübeln. Das Handwerk wir seit jeher vom Vater an den Sohn weitergegeben. Aber will er seinen Sohn überhaupt mit diesem schweren Erbe belasten? Ist Sohn Toichiro dafür überhaupt bereit? Wird es in Zukunft überhaupt noch Fische im Nagara-Fluss geben? Oder wird die lange Familientradition mit Vater Adachi zu Ende gehen?

    Ein Film von Tom Lienekampf und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für hr/Arte.
    2025. Arte Wunderwelten. 43 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Schnitt: Imke Koseck. Redaktion (hr): Bettina Oberhauser und Anke Schnackenberg
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    Redaktion (Arte): Sabine Brantus-Lauffer.

  • Die Nuklearfalle

    Die Nuklearfalle

    Wie abhängig ist der Westen von russischem Uran? Und welche Rolle spielt der russische Staatskonzern Rosatom bei der weltweiten Renaissance der Atomkraft? „Die Nuklearfalle“ nimmt das Publikum mit auf eine Recherche tief in die Einflusssphären Russlands. Von der norddeutschen Provinz geht es in amerikanische Uranminen, zum besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine und auf eine russische AKW-Baustelle in der Türkei – zu politisch Verfolgten und Insidern des Systems Rosatom.
    Ein Schiff auf dem Weg von Sankt Petersburg in die USA hat technische Probleme und muss den Hafen in Rostock anlaufen. Die Behörden entdecken Birkenholz an Bord – und Uran. Das Holz wird beschlagnahmt, das Uran allerdings tritt die Weiterreise an. Anders als Birkenholz fällt Uran nicht unter Sanktionen. Während der Westen versucht, sich bei Öl und Gas von Russland abzukoppeln, geht der Uranhandel weiter. Die staatliche russische Atomenergiebehörde Rosatom ist ein undurchsichtiges Geflecht von Tochterfirmen, das weltweit daran arbeiten, Monopole und damit Abhängigkeiten zu schaffen. Vor allem durch den Verkauf von Uran und Brennstäben – auch für westliche Atomkraftwerke. Sich aus dieser langfristigen Abhängigkeit zu befreien, scheint schwierig zu sein. Seit Beginn des Kriegs mit der Ukraine haben sich die Gewinne, die Rosatom im Ausland erwirtschaftet, verdoppelt. „Putin hat schnell gemerkt, dass er westliche Staaten mit Uran viel besser an sich binden kann als mit Gas und Öl“, sagt ein ehemaliger Rosatom-Mitarbeiter. „Die Nuklearfalle“ schaut sich das System Rosatom genauer an. Wie schafft der russische Präsident Wladimir Putin über die Atomenergie neue Abhängigkeiten? Ist Rosatom ein Instrument in der hybriden Kriegsführung gegen den Westen? Und warum machen EU-Staaten auch nach dem russischen Angriff auf die Ukraine immer noch Geschäfte mit dem Kreml? Rosatom – ein mächtiges Instrument in Putins Händen, das inzwischen auch der EU und der NATO gefährlich werden kann.

    Ein Film von Johannes Bünger, Laura Schmitt und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
    2024. Arte Thema. 89 Minuten.
    Kamera: Johannes Bünger, Sven Emme und Tom Lienekampf. Schnitt: Sven Emme. Grafik und Animation: Sven Emme, Marc Wiebach und der 2SPOT Filmproduktion. Redaktion (MDR): Bettina Rudolph. Redaktion (Arte G.E.I.E): Philippe Muller. Mit Unterstützung von Ingolf Gritschneder.

  • Die Königin des Stierkampfes

    Die Königin des Stierkampfes

    Eine Arena, zwei Stiere und viele Männer, die begeistert grölen, wenn sich die Stiere im Kampf um ihr Territorium miteinander messen – das ist Korida, eine traditionelle Form des Stierkampfes auf dem Balkan. Sie erfährt vor allem in Bosnien-Herzegowina seit den Jugoslawien-Kriegen eine große Renaissance – ein archaisches Duell, das Menschen vereint, die in den Kriegen der 1990er Jahre gegeneinander gekämpft haben. Mittendrin: Mirjana Franković. Sie ist eine der wenigen Frauen in dieser von Männern dominierten Welt. Mit 15 kehrte sie aus Deutschland in die Heimat ihrer Eltern zurück. Seit 13 Jahren widmet sie ihr Leben der Korida. Doch der Weg in die Arena war alles andere als leicht. „Viele sagen, das sei nichts für Frauen.
    Aber ich mache es aus Leidenschaft.“, erklärt sie entschlossen. Stier Rocky ist Mirjanas treuester Begleiter. Als er ein halbes Jahr alt war, hat ihn auf der Weide ein Achthundert-Kilo-Stier angegriffen und so schwer verletzt, dass Rocky fast gestorben wäre. Doch Mirjana hat ihn Monate lang gesund gepflegt. Das hat die beiden zusammengeschweißt. Dass Mirjana aus Rocky einen Kampfstier machen könnte, hat niemand geglaubt. Heute zählt er nach nur acht Kämpfen zu den Favoriten. Mit Rocky will Mirjana ihren Durchbruch als Stiertrainerin schaffen: auf einer der größten Koridas des Landes. Dort möchte sie vor tausenden von Zuschauern ihren männlichen Kollegen beweisen, dass sie und Rocky nicht nur mithalten, sondern gewinnen können.

    Ein Film von Katrin Molnár und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
    2024. Arte Re. 30 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Ton: Lucas Peuser. Schnitt: Imke Koseck. Redaktion (MDR): Ulrike Bihounek und Bettina Rudolph
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  • Georgiens letzte Pferdemänner

    Georgiens letzte Pferdemänner

    Am letzten Zipfel Europas, direkt an der russischen Grenze liegt Tuschetien. Diese Region tief im georgischen Kaukasus wirkt abgeschieden von der Welt. Wer nach Tuschetien möchte, muss über einen steilen Pass. Die Straße zählt zu den gefährlichsten der Welt und ist nur fünf Monate im Jahr befahrbar. Hier inmitten der Berge lebt Giorgi im Sommer mit seinen Pferden. Jobs gibt es kaum, viele junge Leute sind weggegangen. Auch Girogi hat sein Glück im Ausland versucht. Doch die Sehnsucht nach seiner Heimat war zu groß. Jetzt will er neues Leben in die alten Bergdörfer seiner Kindheit bringen und auch andere junge Tuschen überzeugen, zurück nach Tuschetien zu kommen.
    Die einzige Chance dafür sieht Giorgi im Tourismus. Hunderte Abenteurer zieht es mittlerweile in die abgelegene Gegend. Giorgi zeigt ihnen als Pferdeführer seine Heimat. Das Transportmittel Pferd hat hier eine lange Tradition. Früher haben die Pferdeführer Kuh- und Schafshirten mit ihren Tieren in das schwer zugängliche Hochgebirge begleitet. Heute sind es Gäste aus georgischen Städten oder dem Ausland.
    Doch Giorgi weiß: Pferdetouren allein retten seine Heimat nicht. Es braucht noch mehr Angebote für Touristen. Seine Tante Lia bewirtschaftet bereits ein Gästehaus. Gemeinsam mit einer Freundin plant Giorgi nun ein Café. Allerdings gibt es bis jetzt weder Wasser noch Strom. Die Herausforderungen sind groß. Fehlende Infrastruktur, schlechtes Wetter und unzuverlässige Reisende machen Giorgi und Lia das Leben schwer. Doch Aufgeben ist keine Option. Giorgi will das Erbe seiner Vorfahren retten und eine Zukunft für Tuschetien ermöglichen.

    Ein Film von Laura Schmitt und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
    2023. Arte Re. 30 Minuten.
    Kamera: André Krüger und Nikoloz Tsiklauri. Schnitt: Sven Emme. Redaktion (MDR): Bettina Rudolph
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  • Der alte Arzt und sein Pferd – Über den Wolken Georgiens

    Der alte Arzt und sein Pferd – Über den Wolken Georgiens

  • Goldrausch im Rentierland – Die Sami unter Druck

    Goldrausch im Rentierland – Die Sami unter Druck

    Im Norden Finnlands: Kirsti, Jan und Juha tragen Informationen über die Zerstörung der Natur durch den maschinellen Goldabbau zusammen. Sie wollen vor Gericht beweisen, dass der Goldabbau die Rentierhaltung bedroht. Die Goldsucher roden Wälder und der Lärm vertreibt die scheuen Rentiere. Es fehlt an Weidegrund. Schon jetzt müssen Kirsti und ihre Kollegen die Rentiere im Winter zufüttern. Die Vorfahren der Sami siedelten hier schon zur Eiszeit. Trotzdem haben sie keinerlei Besitzrechte. Das Land gehört zu 90 Prozent dem Staat.
    Dass dieser immer wieder neue Abbaugenehmigungen für die Goldschürfer ausstellt, macht Kirsti wütend. „Das ist Kolonialismus.“, sagt sie. Eigentlich schützt das finnische Bergbaugesetz die Heimat und die Lebensweise der Sami. Die Behörde konsultiert das Sami-Parlament bei den einzelnen Anträgen. Doch die Bedenken werden nicht gehört. Kirsti und ihr Team wollen nun, mit Hilfe der Ergebnisse ihrer Recherchen, ihre Rechte vor Gericht verteidigen – und weiteren maschinellen Goldabbau verhindern.

    Ein Film von Johannes Bünger und Laura Schmitt. Produziert von Autoren Pieper und Partner für NDR/Arte.
    2023. Arte Re. 32 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Schnitt: Sven Emme. Redaktion (NDR): Kathrin Bronnert
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